Motivation zum Veloreisen
Mir ist seit ich denken kann klar, dass ich eine längere Reise unternehmen will. Schon die Geschichten meiner Eltern über deren Reise haben mich davon träumen lassen. Dann ist mir die Weiterbildung in den Weg gekommen. Und die darauf folgende Geldknappheit. Im letzten Jahr wurde mir aber klar, dass ich gehen muss. Ich begann zu überlegen, wie ich unterwegs sein wollte.
Als erstes dachte ich an ein Around the World Ticket. Aber das war mir zu verplant, zu viel Programm für ein Jahr, und auch zu viel Umweltverschmutzung. Dann dachte ich an eine Reise per Bus, wie meine Eltern das vorgemacht haben. Vielleicht habe ich mich ja deshalb dagegen entschieden ;-) Blieb das Reisen mit Rucksack und Daumen. Nur sind mir schon zu viele Stories von Backpackern zu Ohren gekommen, die in Pattaya oder einem ähnlichen Ort hängen geblieben und abgestürzt sind. Ich will etwas erleben, aber nicht primär möglichst viele Räusche, dafür ist mein Leben zu schade. Viel eher interessiert mich der Kontakt mit der lokalen Bevölkerung und deren Lebensweise. Westliche, verwöhnte Kids, die gerade das Netz der sozialen Kontrolle hinter sich gelassen haben, sind nicht unbedingt meine bevorzugte Zielgruppe...
Dann gab es noch Leute, die meinten, ich solle doch mit dem Fahrrad gehen. Ich dachte die spinnen, viel zu anstrengend und unangenehm. Trotzdem habe ich dann einige Berichte über Fahradreisen gelesen. Und ich war immer mehr fasziniert! Nach meiner ersten Testtour Richtung Zürcher Oberland, Einsiedeln, Zug und Zürich wieder nach Hause war ich dann überzeugt. Noch nie hatte ich auf so kurze Strecke so viel Schweiz gesehen! Einfach, weil ich langsam unterwegs war und Zeit hatte, mir alles anzusehen. Selbst-Vorwärtskommen macht glücklich musste ich feststellen. Und auch müde, ich schlief super auf der dünnen Campingmatratze!
Bald darauf machte ich mit Luzia, meiner Freundin, eine weitere Testtour um den Bodensee. Diesmal etwas weniger anspruchsvoll, sie hatte ja auch nur ihren alten Damen-Siebengänger dabei. Ich schleppte dafür das Gepäck für beide.
Natürlich ist Veloreisen nicht immer so angenehm. Es kann verdammt anstrengend und fordernd sein, körperlich wie auch geistig. Ich hoffe, dass ich trotzdem die Motivation nicht verliere und aufgebe. Denn immerhin bin ich der Meinung, dass es keine lohnenswertere Reiseart gibt. Auf keine andere Art kommt man so direkt mit den Elementen und den Menschen in Kontakt.